#EUROMOTO2026: Nach anfänglicher Unsicherheit, Podium und P4 in Oschersleben

Für Marcel Schrötter verlief das erste Rennwochenende nach seiner schweren Knieverletzung besser als erwartet. Der 33-Jährige belegte im ersten Rennen den zweiten Platz und im zweiten Rennen den vierten Platz.

Runde vier der «EURO MOTO»-Saison 2026 führte Teams und Fahrer am vergangenen Wochenende zur Motorsport Arena in Oschersleben.

Marcel Schrötter reiste mit geringen Erwartungen in die Magdeburger Börde. Eine Knieverletzung, die sich der Bayer Anfang Juli in einem Training für das 8-Stunden-Rennen von Suzuka zugezogen hatte, erwies sich als schwerwiegender als zunächst angenommen.

Nach der niederschmetternden Diagnose verbrachte Schrötter viel Zeit in der Sportschule Kinema im Bayerischen Wald, wo das Therapeutenteam Unglaubliches leistete, um den BMW-Fahrer für das Rennen in Oschersleben fit zu machen.

Schrötter nutzte die freien Trainings am Freitag vor allem dazu, um zu prüfen, ob es überhaupt Sinn machte, mit seinem BMW Superbike anzutreten. In der Superpole am Samstag belegte er den vierten Platz, was bedeutete, dass er die Rennen von Platz vier in der zweiten Startreihe aus beginnen würde.

Das erste Rennen am Sonntagnachmittag musste nach einem Massen-Crash abgebrochen werden. Einen Neustart gab es nicht. Für die zurückgelegte Distanz gab es die halbe Punktzahl. Schrötter belegte den zweiten Platz auf dem Podium. Später am Nachmittag, als das Feld wieder in voller Stärke an den Start ging, belegte er den vierten Platz.

Schrötter hat knapp zwei Wochen Pause bis zum nächsten Event der «EURO MOTO» Saison 2026 auf dem historischen TT Circuit in Assen, Niederlande, in denen er seine Therapie fortsetzen kann.

#23 Marcel SCHRÖTTER (GERT56 by RS Speedbikes, BMW M 1000 RR)
Startplatz 4 / Rennen 1: P2 / Rennen 2: P4

«Ich glaube, ich kann mit meinem Umgang mit der Situation in Oschersleben rundum zufrieden sein. Mit einem zweiten und einem vierten Platz in den Rennen habe ich meinen Vorsprung auf die Verfolger in der Meisterschaft ein wenig ausgebaut, auch wenn ich gegenüber Lukas etwas an Boden verloren habe. Selbst wenn ich zu 100 Prozent fit gewesen wäre, hätten wir gegen Lukas und sein Gesamtpaket im Moment keine Chance gehabt. Das muss man einfach eingestehen. Deshalb muss ich zufrieden sein, denn am Donnerstag wusste ich noch nicht, ob ich überhaupt fahren kann. Man will sich die Realität selbst nicht eingestehen, aber wenn mehrere Spezialisten sagen, dass ich eine schwere Verletzung habe, dann ist das wahrscheinlich auch so. Wenn man bedenkt, dass mein Knie noch vor einer Woche auf einem ganz anderen Stand war, muss ich sagen, dass mir die Zeit in der Sportschule Kinema unglaublich geholfen hat. Vor allem in der letzten Woche haben wir die Therapie noch einmal intensiviert, was zu weiteren deutlichen Fortschritten geführt hat. Ich konnte viel besser fahren als erwartet. Natürlich bin ich in Bezug auf Kraft und Race-Pace noch relativ weit von 100 Prozent entfernt. Vor allem beim Richtungswechsel fehlt es mir an Kraft und Stabilität in den Beinen, und in bestimmten Positionen fühle ich mich etwas unwohl. Doch angesichts dieser Umstände muss ich zufrieden sein. Jetzt ist es wichtig, dass ich mich weiter erhole und für Assen in noch besserer Form bin. Der vollständige Genesungsprozess wird jedoch sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.»

«Für Assen werde ich versuchen, dafür zu sorgen, dass ich mich ein kleines bisschen besser fühle. Abgesehen von der Verletzung müssen wir auch gemeinsam mit dem Team herausfinden, wie wir die Abstimmung des Motorrads verbessern können. Ich hatte das Gefühl, dass ich in bestimmten Abschnitten gut fahren konnte, hatte aber insgesamt Schwierigkeiten, mit den anderen mitzuhalten. Markus Reiterberger hat mit einem sehr starken zweiten Rennen bewiesen, dass die BMW gut funktioniert. Deshalb haben wir noch einiges vor uns. In erster Linie, weil ich die Saison nicht einfach nur mit zweiten, dritten oder vierten Plätzen beenden möchte – ich will wirklich wieder um den Sieg kämpfen. Und natürlich, um unsere Chancen auf den Titel so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Das ist das Ziel, auf das wir alle hart hinarbeiten. Aber zunächst einmal ein riesiges Dankeschön an Alex Hohlbacher und APEX für ihre Hilfe vor Ort und ihre Kontakte, um schnelle Termine zu vereinbaren, beispielsweise für MRT-Untersuchungen oder ähnliches. Ein weiteres riesiges Dankeschön geht auch an Sepp Mauer und Kinema sowie an ihren Physiotherapeuten Tobi, die letztendlich viel Arbeit mit mir haben und sich die Zeit freischaufeln, um mich aufzunehmen und an einem Tag stundenlang behandeln und mir geben alles anbieten, was sie in den Schubladen haben. Ohne ein so grossartiges Team hinter mir wäre so etwas nicht möglich. Ich möchte auch erwähnen, dass Kinema ein persönlicher Sponsor von mir ist, und dafür bin ich wirklich sehr dankbar, denn sonst könnte ich mir diese Art der Behandlung nicht leisten. Deshalb ein ganz, ganz grosses Dankeschön an jeden Einzelnen von euch!»

EN: Despite initial uncertainties, a podium finish and P4 in Oschsersleben

For Marcel Schrötter, things went better during his first race weekend following his serious knee injury than expected. The 33-year-old finished second in Race 1 and fourth in the second heat.

Round four of the 2026 «EURO MOTO» season took teams and riders to the Motorsport Arena in Oschersleben last weekend.

Marcel Schrötter headed to the circuit located in the Magdeburg Börde with low expectations. A knee injury that the Bavarian had sustained in early July during a practice session for the Suzuka 8-Hour Race turned out to be more serious than initially thought.

After receiving devastating diagnosis, Schrötter spent a lot of time at Kinema Sports School in the Bavarian Forest, where the team of therapists did an incredible job of getting the BMW rider ready for the race weekend in Oschersleben.

Schrötter used Friday's free practice sessions primarily to determine whether it even made sense to compete with his BMW Superbike. In Saturday's Superpole, he finished fourth, which meant he would start the races from fourth place on the second row of the grid.

The first race on Sunday afternoon had to be stopped after a crash involving several riders. There was no restart. Half the points were awarded for the distance covered. Schrötter took second place on the podium. Later that afternoon, when the field lined up at the start again at full strength, he finished in fourth place.

Schrötter has just under two weeks off before the next event of the 2026 «EURO MOTO» season at the historic TT Circuit in Assen, the Netherlands, during which he can continue his therapy.

#23 Marcel SCHRÖTTER (GERT56 by RS Speedbikes, BMW M 1000 RR)
Grid position 4 / Race 1: P2 / Race 2: P4

«I think I can be completely satisfied with how I handled the situation in Oschersleben. With a second- and a fourth-place finish in the races, I’ve extended my lead a bit over the chasing pack in the championship, even though I lost a some more ground to Lukas. Even if I’d been 100 percent fit, we wouldn’t have stood a chance against Lukas and his overall package right now. I just have to admit that. That’s why I have to be satisfied, because on Thursday I still didn’t know if I’d be able to race at all. You don’t want to face reality yourself, but when several specialists say that the injury is a serious one, then that’s obviously the case. Considering that my knee was in a completely different condition just a week ago, I have to say that my time at the Kinema Sports School helped me incredibly. Especially in the last week, we intensified our therapy once again, which led to further significant progress. I was able to ride much better than expected. Of course, in terms of strength and race pace, I’m still relatively far from 100 percent. Especially when changing directions, I lack strength and stability in my legs, and I feel a bit uncomfortable in certain positions. But given the circumstances, I have to be satisfied. Now it's important for me to continue recovering so I'll be in even better shape for Assen. However, the full recovery process will certainly take some time.»

«For Assen, I’ll try to make sure I feel just a bit better. Aside from the injury, we also need to work with the team to figure out how we can improve the bike’s setup. I felt like I was able to ride well in certain sections, but overall, I had trouble keeping up with the others. Markus Reiterberger proved with a very strong second race that the BMW is performing well. That’s why we still have a lot of work ahead of us. First and foremost, because I don’t want to just finish the season with second, third, or fourth-place finishes — I really want to fight for the win again. And, of course, to keep our title hopes alive for as long as possible. That’s the goal we’re all working hard toward. But first of all, a huge thank you to Alex Hohlbacher and APEX for their on-site help and their connections in arranging quick appointments, for example for MRI scans or similar procedures. Another huge thank you also goes to Sepp Mauer and Kinema, as well as to their physical therapist Tobi, who ultimately have a lot of work on their hands with me but still make time to see me, treat me for hours on end in a single day, and offer me everything they’ve got up their sleeves. Without such a great team behind me, none of this would be possible. At this point, I'd also like to mention that Kinema is a personal sponsor of mine, and I'm truly very grateful for that, because otherwise I wouldn't be able to afford this kind of treatment. So, a very huge thank you to each and every one of you!»

EURO MOTO SBK – Kombinierte Zeitenliste Freie Trainings:
1 Florian ALT / DEU / Holzhauer Racing Promotion / Honda CBR 1000 RR-R / 1´24.554
2 Lukas TULOVIC / DEU / Triple M Ducati Frankfurt / Ducati Panigale V4R / 1´24.960 +0.406
3 Markus REITERBERGER / DEU / Masteroil Alpha Van Zon BMW / BMW M 1000 RR / 1´25.184 +0.630

6 #23 Marcel SCHRÖTTER / DEU / GERT56 by RS Speedbikes / BMW M 1000 RR / 1´25.613 +1.059

EURO MOTO SBK – Superpole 2:
1 Lukas TULOVIC / DEU / Triple M Ducati Frankfurt / Ducati Panigale V4R / 1´23.566
2 Twan SMITS / NLD / Team Apreco - Yamaha / Yamaha YZF-R1 / 1´24.188 +0.622
3 Florian ALT / DEU / Holzhauer Racing Promotion / Honda CBR 1000 RR-R / 1´24.279 +0.713
4 #23 Marcel SCHRÖTTER / DEU / GERT56 by RS Speedbikes / BMW M 1000 RR / 1´24.578 +1.012

EURO MOTO SBK – Rennen 1 (6 Runden):
1 Lukas TULOVIC / DEU / Triple M Ducati Frankfurt / Ducati Panigale V4R / 25´02.825
2 #23 Marcel SCHRÖTTER / DEU / GERT56 by RS Speedbikes / BMW M 1000 RR / +3.648
3 Jan-Ole JÄHNIG / DEU / GERT56 by RS Speedbikes / BMW M 1000 RR / +4.419

EURO MOTO SBK – Rennen 2 (18 Runden):
1 Lukas TULOVIC / DEU / Triple M Ducati Frankfurt / Ducati Panigale V4R / 25´11.638
2 Markus REITERBERGER / DEU / Masteroil Alpha Van Zon BMW / BMW M 1000 RR / +5.876
3 Florian ALT / DEU / Holzhauer Racing Promotion / Honda CBR 1000 RR-R / +10.095
4 #23 Marcel SCHRÖTTER / DEU / GERT56 by RS Speedbikes / BMW M 1000 RR / +13.304

EURO MOTO SBK Stand:
1 Lukas TULOVIC / DEU / Ducati / 166,5
2 #23 Marcel SCHRÖTTER / DEU / BMW / 119
3 Markus REITERBERGER / DEU / BMW / 105